
Die vier Preisträgerprojekte zeigen eindrucksvoll den Facettenreichtum von Kunst und Kultur auf, indem sie die künstlerische Praxis mit Mut und Kreativität neu interpretieren: von digital-hybriden Konzepten kultureller Bildung im Alter über Strukturbildung für die Professionalisierung von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung bis zur Erforschung von Schönheit als Kulturbegriff sowie biographischer Kulturarbeit im Grenzbereich von virtuellen und realen Räumen. Die Preisträgerprojekte:
- EUCREA e.V., Hamburg/bundesweit: ARTplus
In Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ermöglicht ARTplus künstlerisch begabten Menschen mit Behinderung eine professionelle Ausbildung an kooperierenden Theaterakademien, Kunst- oder Musikhochschulen. Auf diese Weise setzt das Programm an den starren Strukturen des Kulturbetriebs an, um Inklusion in Kunst und Kultur zu fördern.
- GRAND BEAUTY, Interventionsbüro e.V., Leipzig: Spread more Beauty
Spread more Beauty öffnet einen radikal vielfältigen Schönheitssalon. Hier wirken Schönheits- und Fürsorge-Expertinnen und Experten mit oder ohne Zuwanderungsgeschichte, Autodidaktinnen, Autodidakten und Profis zusammen. Sie kreieren einen Ort und Anlässe, um die Formen des Schönen über die Grenzen von Sprache und Kultur hinweg miteinander zu verbinden. Spread more Beauty begibt sich auf die Spuren dessen, was Schönheit in einer Kultur ausmacht und wie sie ihr ins Gedächtnis geschrieben ist.
- Integrationshaus e.V., Köln: Der Garten der Erinnerungen
In einem partizipativen künstlerischen Prozess kreieren Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils Köln-Kalk einen gemeinsamen virtuellen Garten der Erinnerungen. Das Projekt schafft Raum, um Erinnerungen neu entstehen zu lassen, sie in Virtual Reality zugänglich zu machen und miteinander zu teilen. Krieg und Verfolgung machen die Reise in bestimmte Länder unmöglich, die für etliche Menschen zentraler Teil ihrer Geschichte sind. Diesen Aspekt deutscher Realität thematisiert das Projekt und schafft mit künstlerischen Mitteln eine Basis für neue Begegnungen in Real Life.
- Kulturator | GUTE-DINGE-STIFTUNG, München: DanceOn60+hybrid
DanceOn60+hybrid ist ein inklusives, hybrides Tanzprojekt, das zeitgenössische Tanzgruppen in Einrichtungen der Senior:innenarbeit initiiert und digital miteinander verbindet. Es nutzt moderne Technik, um älteren Menschen mit und ohne Behinderungen die Teilhabe an soziokulturellen Projekten zu ermöglichen und begegnet damit einem hochaktuellen Thema – Einsamkeit im Alter – auf sehr sinnliche Weise.