Im Vorfeld des Gedenkens an die Novemberpogrome wurde 1988 die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum vom Ministerrat der DDR gegründet. Ziel war es unter anderem, die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Neue Synagoge in Teilen wiederaufzubauen und Dokumente und Fotos der wechselvollen Geschichte jüdischen Lebens in Berlin in einem Archiv zu sammeln.
Unter Leitung des Gründungsdirektors Dr. Hermann Simon wurde dieser einzigartige Ort mit innovativen Ausstellungen, Seminaren, Publikationen und vielfältigen Angeboten und Veranstaltungen zu einem Ort des Dialogs mit bundesweiter Ausstrahlung. Darüber hinaus bietet das Centrum Judaicum bis heute Besucherinnen und Besucher aus Deutschland und aller Welt einen Ort der Erinnerung und Begegnung.
Die gegenwärtige Direktorin Dr. Anja Siegemund definiert die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum als Museum, mittendrin im jüdischen Leben und in einer Gleichzeitigkeit von Alt und Neu, als Brücke zwischen Historie und Heute, zwischen jüdischen und nichtjüdischen Stadtcommunities und als Anlaufstelle für alle mit Neugier auf das jüdische Berlin. Mit seinem Bildungsprogramm vermittelt es jüdische Kulturen und Identitäten und greift immer wieder gesellschaftliche Debatten auf, die mit universellen Fragen verknüpft werden.
Die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum versteht so das Jüdische als bedeutenden Teil der Stadtgeschichte und Gegenwart Berlins und wirkt, verbunden mit dem weithin strahlenden Prachtbau der Neuen Synagoge, weit über die Stadt hinaus auf eine friedliche und plurale Gesellschaft hin.
Für dieses seit mehr als drei Jahrzehnten aktive und einzigartige Engagement zeichnet der Deutsche Koordinierungsrat die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum am 5. März 2023 in Erfurt mit der Buber-Rosenzweig-Medaille aus.