Dr. Lei Lei ist eines der drängendsten Probleme beim Einsatz von Klinker-Ersatzstoffen in Zementen angegangen, die Entwicklung von geeigneten Fließmitteln für diese Stoffgruppen. Damit kann es gelingen, Hoffnungsträgern wie calcinierten Tonen oder Alkali-aktivierten Bindern ihren "Wasserhunger" abzugewöhnen, der grundsätzlich zu Festigkeitsverlusten führen und die erhoffte CO2-Minderung wieder zunichte machen kann, die man sich von den Klinker-Ersatzstoffen verspricht. Dr. Leis Arbeit besticht durch ihre beeindruckende Systematik, mit der sie die Synthesemöglichkeiten für verschiedenste Fließmittel durchforstet und erweitert hat.
Dr. Inka Mai hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich das Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der TU Braunschweig zu einem Entwicklungszentrum für innovative Betonbauweisen entwickelt hat. Dr. Mai ist es dabei zu verdanken, dass auch bisher unbekannte Prozessvarianten gefunden und erprobt wurden, wie z.B. das Arbeiten mit Injektionsverfahren in Grobkornschüttungen oder Suspensionen. Im Zentrum ihrer Forschungen steht neben den technologischen Anforderungen an das Produkt auch dessen Ressourceneffizienz, sein Klimabeitrag und die Gesamtkosten. Erst diese breite Kompetenzspanne kann dem 3D-Druck von Beton zu einem nachhaltigen Marktanteil verhelfen.
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird zwischen beiden Preisträgerinnen zu gleichen Teilen geteilt. Pandemiebedingt wird der bereits 2021 ausgeschriebene Preis erst am 21. Juni 2022 auf den 66. Ulmer Betontagen verliehen, dem führenden Kongress für Wissenschaft und Wirtschaft der Beton- und Fertigteilindustrie in Europa. Die Laudatio hält Prof. Dr. Albrecht Wolter, ehemaliger Leiter des Instituts für Nichtmetallische Werkstoffe der TU Clausthal und Vorsitzender der Preisjury des Klaus Dyckerhoff-Preises.