Das Team vom Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung der JLU Gießen konnte mit seinem Projektvorschlag im Rahmen des Programms "Wasser – Nachhaltige Ressourcennutzung" die Stiftung überzeugen. Ziel des Projektes ist es, Messwerte zur Wassermenge und Wasserqualität in Ländern Ostafrikas und Lateinamerikas zu erheben. Der Clou: Die Forschenden arbeiten dabei mit der Bevölkerung zusammen.
"Citizen Science" bedeutet Wissenschaft mit Bürgerbeteiligung. Aber warum ist das gerade im Bereich der Wasserforschung notwendig, in dem es doch zahlreiche automatische Messverfahren gibt? "Solche Messverfahren sind teuer, und in vielen Ländern existiert die dafür notwendige Infrastruktur kaum", so Dr. Suzanne Jacobs. "Wir wenden daher Messverfahren an, die kostengünstig sind und von vielen Menschen ohne weitere Schulung eigenständig durchgeführt werden können."
In dem Projekt werden dazu an den Flüssen Messeinrichtungen aufgebaut, die Menschen von jung bis alt eigenständig bedienen können. Hinweistafeln erklären, wie es geht. Gemessen werden der Niederschlag sowie die Lufttemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit. Daraus kann später die Verdunstung berechnet werden, eine wesentliche Komponente des Wasserhaushalts. Im Gewässer wird der Wasserstand erhoben und die Trübung ermittelt. Während aus dem Wasserstand der Abfluss ermittelt wird, ist die Trübung ein Indikator für die Trinkwasserqualität. Denn in vielen Ländern dient Flusswasser direkt als Trinkwasser.