"Nach dem erfolgreichen ersten Tag der Gehirnerschütterung im vergangenen Jahr und der positiven Resonanz auf das begleitende zweitägige Symposium haben wir diesmal den Sport in den Fokus gestellt", erklärt Dr. Michaela Bonfert, Leiterin der Concussion Clinic im Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums. Denn ob im Profi-, Leistungs-, Breiten- oder Schulsport oder beim Kinderturnen – in allen Altersgruppen ist eine Kopfverletzung schnell passiert. Im organisierten Sport werden pro Jahr in Deutschland ca. 44.000 Gehirnerschütterungen dokumentiert. Experten gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Gemäß amerikanischer Daten dürfte die Zahl der Gehirnerschütterungen, die nicht erkannt oder nicht medizinisch versorgt werden, etwa dreimal so hoch sein.
Wenn Eltern, Erziehende, Lehrkräfte und Trainerinnen und Trainer mit solchen Verletzungen konfrontiert sind, stehen sie vor der Herausforderung, die Situation rasch richtig einzuschätzen zu müssen. Die korrekte Erkennung von Gehirnerschütterungen ist entscheidend, um eine angemessene Erholungsphase einhalten zu können, dadurch die Genesung zu fördern und gesundheitliche Langzeitfolgen zu vermeiden.
"Gerade im Sport ist das Verletzungsrisiko nicht zu unterschätzen", so Dr. Susanne Schaefer, Geschäftsführerin der ZNS-Stiftung, "und genau aus diesem Grund haben wir vor bald zehn Jahren die Initiative 'Schütz deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport' ins Leben gerufen." Zahlreiche bewährte Tools wie die GET-App oder auch die Taschenkarte zur Erkennung einer Gehirnerschütterung konnten im Dialog mit Experten aus Medizin und Sport entwickelt werden und sind hilfreich gerade auch für medizinische Laien.