In der Jurybegründung heißt es: "Das Theater von Christopher Rüping ist zuallererst: offen. Offen gegenüber dem Publikum, dem das Ensemble auf Augenhöhe begegnen will. Offen in seiner Haltung gegenüber den dunkelsten Emotionen, die sich die Schauspielerinnen und Schauspieler, ihre Figuren und das Publikum gemeinsam in der öffentlichen Intimität der Bühne anschauen. Offen in der Stoffwahl, die sich von der Antike über den Kanon der Moderne bis zum zeitgenössischen Roman auf so ziemlich alles einlässt, was ein gegenwärtiges Lebensgefühl, die Menschheitsthemen Zugehörigkeit, Verlust und Utopie beschreibt."
Der Jury gehören an: Eva Behrendt, 2024 Mitglied der Theatertreffen-Jury, Matthias Pees, Intendant der Berliner Festspiele, Prof. Dr. Matthias Warstat, Theaterwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, und in beratender Funktion Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Theatertreffens.
Der Stiftungsratsvorsitzende und Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, zur Entscheidung der Jury für den diesjährigen Preisträger: "Christopher Rüping steht wie kaum ein anderer für das zeitgenössische Theater im deutschsprachigen Raum. Mit seinen Inszenierungen interpretiert er klassische Stücke von William Shakespeare bis Bertolt Brecht immer wieder neu. Rüping greift dabei aktuelle Themen unserer Zeit auf und tritt in direkte Interaktion mit seinem Publikum. Die Berliner Theaterszene bietet ihm dafür die ideale Bühne. So war er schon mehrfach beim Berliner Theatertreffen und ist mit seinen beiden vielfach ausgezeichneten Stücken 'Einfach das Ende der Welt' und 'Gier' am Deutschen Theater zu sehen. Ich gratuliere Christopher Rüping zum Theaterpreis 2025 und beglückwünsche die Jury herzlich zu ihrer Entscheidung."
Christopher Rüping reagiert auf die Auszeichnung mit folgenden Worten: "Mein Herz rast ein bisschen, und irgendetwas drückt auf meine Schläfen. Anscheinend freue ich mich über diese Auszeichnung, fühle mich geehrt. Gleichzeitig macht sie mir Angst – nicht nur wegen der eindrucksvollen Galerie der Vorpreisträgerinnen und Vorpreisträger. Was bedeutet ein solcher Preis gerade jetzt, in dieser Situation, in der das Theater nicht nur in Berlin derart gefährdet ist? Darf ich mich überhaupt freuen? Im Probenraum versucht man ja ohnehin immer, etwaige Bewertungen von außen so gut wie möglich auszublenden und sich gemeinsam mit allen Beteiligten ganz der inneren Logik des Prozesses zu widmen. Das macht so ein Preis natürlich schwieriger. Ich muss ihn also schnell vergessen. Aber vorher freue ich mich darauf, ihn – und damit unser geliebtes, gefährdetes Theater – gemeinsam mit alten und neuen Weggefährtinnen und Weggefährten im Haus der Berliner Festspiele zu feiern."
Dr. Hans Gerhard Hannesen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Preußische Seehandlung, beglückwünscht den Preisträger: "Wir freuen uns, Christopher Rüping mit dem Theaterpreis Berlin auszuzeichnen. Mit seiner innovativen und offenen Herangehensweise hat er das Theater neu definiert und öffnet Räume für Reflexion und Dialog. Rüpings Arbeiten bereichern nicht nur die Theaterlandschaft, sondern setzen auch wichtige Impulse für gesellschaftliche Debatten."