Elf Tage irrt sie durch den Regenwald, auf der Suche nach Spuren der Zivilisation. Doch Juliane Diller erinnert sich an die Überlebenstipps, die sie als Kind von ihrem Vater erhalten hat: "Folge Wasserläufen, und du wirst auf Menschen stoßen."
Diesem Rat folgt sie – und wird schließlich von einer Gruppe Waldarbeiter aufgegriffen und zu ihrem Vater gebracht. Von den Medien verfolgt und von Albträumen gequält, flüchtet sie nach Kiel, wo sie bei ihrer Großmutter und ihrer Tante lebt. Doch Panguana lässt sie nicht los. Sie schließt ihr Biologiestudium mit einer Diplomarbeit über die dortige Schmetterlingsfauna ab; ihre Doktorarbeit ist den Fledermäusen Panguanas gewidmet. Heute arbeitet Juliane Diller an der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM), wo sie die umfangreiche zoologische Fachbibliothek leitet und stellvertretende Direktorin ist. Nach einer von dort aus organisierten Forschungsexkursion in den peruanischen Regenwald entschließt sie sich, dem Wald etwas zurückzugeben, der sie einst – wie sie es empfindet – vor dem sicheren Tod geschützt hat. Den Wendepunkt ihres Lebens hat sie als Herausforderung begriffen. Sie macht sich den Schutz der Biodiversität zu ihrer Aufgabe. Nach und nach baut sie die von ihren Eltern gegründete Station Panguana wieder auf, die älteste Forschungsstation Perus.
Und damit ist sie erfolgreich: In den letzten Jahren hat sich Panguana zu einer international bekannten Forschungsstätte entwickelt und dank der Unterstützung von Sponsoren von zwei auf zehn Quadratkilometer vergrößert. Heute bedeckt Primärwald das über 1.280 Hektar große Gelände, das vom peruanischen Umweltministerium 2011 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.