Manish Garg gelang es, beide Techniken miteinander zu kombinieren. 2018 baute er ein neues Instrument, mit dem er Elektronen mit einer Raum-Zeit-Auflösung von etwa zehn Picometern und etwa 200 Attosekunden darstellen und verfolgen kann, ein Erfolg, den er 2020 in Science veröffentlichen konnte. In einem spektakulären Experiment konnte er mit diesen neuen Techniken die Dynamik der Valenzelektronen in Perylentetracarbonsäuredianhydrid (PTCDA, einer Modellverbindung für Anwendungen in der organischen Elektronik) in Echtzeit abbilden. Diese, 2022 in nature photonics publizierte, Arbeit wird von der Preisjury besonders gewürdigt.
Mit dieser "ultimativen" Mikroskopie ist der Traum aller physikalischen Chemikerinnen und Chemiker in greifbare Nähe gerückt, Atome bei der Bildung neuer chemischer Verbindungen im Realraum und in Echtzeit beobachten zu können. Damit ergeben sich nun ganz neue Möglichkeiten, chemische Reaktionen zu kontrollieren, innovative (nano-)elektronische Vorgänge und Schaltungen zu entwerfen oder die Vorgänge in Supraleitern besser zu verstehen.
Die Preisjury würdigt mit der Vergabe des Rudolf Kaiser Preises 2022 an Dr. Mansih Garg einen herausragenden Wissenschaftler mit außergewöhnlichen experimentellen Fähigkeiten und theoretischem Verständnis.